Mediale Bildwelten und Neurowissenschaften

Ein Diskursprojekt

Unterstützt durch

Das Projekt

Bei dem Diskursprojekt „Mediale Bildwelten und Neurowissenschaften“ handelt es sich um ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Projekt, das auf die Stärkung medialer und diskursiver Reflexionskompetenz der TeilnehmerInnen abzielt. Im Verlauf von je drei Workshops (Reflexionsworkshop, Transformationsworkshop und Produktionsworkshop) werden mediale Bild- und Ideenwelten zu einem Diskursthema („Hirn-Computer-Schnittstellen“, „Neuroenhancement“ oder „Willensfreiheit, Schuld und Strafe“) aus Film, Fernsehen, Werbung und Print, aber auch aus modernen computer- und netzbasierten Massenmedien analysiert, sich mit den dahinter stehenden Annahmen und Wertungen kritisch auseinandergesetzt und das Ergebnis dieser Reflexion in einen eigenen Kurzfilm umgesetzt.

Ausführliche Informationen zur methodischen Durchführung des Diskursprojektes in Eigenregie finden Sie hier: Methodischer Leitfaden als PDF-Datei.

Methodisch bedient sich das Projekt eines Dreischrittes: Reflexion – Transformation – Produktion.


1) Reflexionsworkshop

Rahmen: Zweitägiger Workshop.

Ziel: Die TeilnehmerInnen werden mit medialen Bild- und Vorstellungswelten zu einem der drei Diskursthemen konfrontiert und erarbeiten in einem gestuften Verfahren die zugrundeliegenden Tatsachen, Vorstellungen, Annahmen, Wertungen und Visionen. Zugleich werden auch Wirkungsweise und Charakteristik der jeweiligen Medien thematisiert.

Methode: Brainstorming, Visualisierung, Explikation, fallbezogene Dilemma-Diskussion, Strukturierung mittels Metaplan-Methode.

Ergebnis: Mediale Bildwelt, Problemlandkarte des Projektthemas.


2) Transformationsworkshop

Rahmen: Fünftägiger Workshop.

Ziel: Die Teilnehmenden werden anhand von Lehrmaterialien und Vorträgen sowohl in den naturwissenschaftlichen Sachstand als auch in die ethische Diskussion und die rechtlichen Rahmenbedingungen eingeführt. Der erlangte Wissensstand wird sodann auf die Ergebnisse des Reflexionsworkshops zurückbezogen, um einen medialen Gegenentwurf zu entwerfen (Bildwelt 2.0). Unter Anleitung des Medienpädagogen wird schließlich ein Drehbuch für das Filmprojekt entwickelt.

Methode: Reader, interaktiver Unterricht, powerpointgestützte Vorträge, Abgleich der Strukturen mittels Metaplan, Drehbuchentwicklung.

Ergebnis: Drehbuch für einen Kurzfilm zum Projektthema.


3) Produktionsworkshop

Rahmen: Viertägiger Workshop.

Ziel: Unter Anleitung des Medienpädagogen und mit der technischen Unterstützung des MedienkompetenzZentrums des Katholisch-Sozialen Instituts (Bad Honnef) setzen die Teilnehmenden ihr Drehbuch in einen ausstrahlungstauglichen Kurzfilm um.

Methode: Arbeit mit modernen Medien, Aufzeichnung, Footage und Schnitt.

Ergebnis: Kurzfilm zum Projektthema.

Gesamtprojektleiter
Prof. Dr. Dr. Tade M. Spranger

ist Leiter der interdisziplinären BMBF-Gruppe „Normierung in den Modernen Lebenswissenschaften“ am Institut für Wissenschaft und Ethik der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und Privatdozent an der dortigen Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät. Er ist unter anderem Mitglied der DFG-Senatskommission für Grundsatzfragen der Genforschung, der Ethikkommission der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn, der Ethikkommission der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaften sowie der Ethisch-rechtlich-sozialwissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft des Kompetenznetzwerks Stammzellforschung NRW. Er ist u.a. Mitverfasser des Bonner Kommentars zum Grundgesetz sowie International Associate Editor des Journal of Bioethical Inquiry. Zu seinen jüngsten Publikationen zählen die Monographien „International Neurolaw“ (2012) und „Medical Law in Germany“ (2. Aufl. 2013). Seit 2006 hat er zudem als Experte an verschiedenen diskursiven Projekten (etwa zu Fragen der Biopatentierung und zur embryonalen Stammzellforschung) teilgenommen.


Projektpartner
Prof. Dr. Ralph Bergold

studierte Theologie, Biologie und Pädagogik an den Universitäten Bochum und Münster und schloss sein Studium im Jahre 1987 mit einem theologischen Diplom sowie dem 1. Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien an der Universität Münster ab. Nach der Promotion folgte eine Habilitation im Fach Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts an der Fakultät Katholische Theologie der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Im Jahre 1996 wurde Professor Bergold Bundesgeschäftsführer bei der Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (KBE), wo er bis 2005 tätig war. Seit 2005 ist Direktor das Katholisch-Sozialen-Instituts (KSI) der Erzdiözese Köln in Bad Honnef. Professor Bergold ist Privatdozent für Religionspädagogik an der Universität Bamberg, Gastprofessor an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Augustin sowie Lehrbeauftragter an der Universität Bonn. Er ist ehrenamtlicher Vizepräsident des Europäischen Verbandes Katholischer Erwachsenenbildung (FEECA). Zudem ist er Mitherausgeber der Fachzeitschrift „EB – Erwachsenenbildung. Vierteljahresschrift für Theorie und Praxis“ sowie Herausgeber und Mitautor der KBE-Buchreihen „EB-Buch“ und „EB-Spezial“.

Projektpartner
Prof. Dr. Gabriel Curio

Als Neurologe und Psychiater leitet Prof. Dr. Gabriel Curio die Arbeitsgruppe Neurophysik am Campus Benjamin Franklin der Neurologischen Klinik der Charite – Universitätsmedizin Berlin. Seine Forschung verbindet nicht-invasive, elektromagnetische Methoden der Gehirnbeobachtung mit klinischen und allgemein neurowissenschaftlichen Konzepten. In jüngerer Vergangenheit widmete er sich dabei u.a. der Analyse von hochfrequenten Spitzenpotenzialen bei EEG-Aufzeichnungen und nervalen Verletzungsströmen. Darüber hinaus beschäftigte sich Professsor Curio mit der cerebralen Verarbeitung musikalischer Klänge, der Wechselwirkung zwischen Sprechen und Hören, mit der Verarbeitung von Bildern im Schläfenlappen sowie mit Gehirn-Computer-Schnittstellen, wobei deren Entwicklung seit acht Jahren durch das BMBF gefördert wird. Professor Curio repräsentiert die Charite im Leitungsgremium des Bernstein Center for Computational Neuroscience Berlin und ist Gründungsmitglied des Bernstein Focus Neurotechnology Berlin. Durch zahlreiche öffentliche Vorträge (z.B. in der Berliner Urania oder in der Kosmos-und-Mensch Vorlesung im Gorki-Theater) engagiert sich Professor Curio seit langen Jahren für die Vermittlung realistischer Anwendungsperspektiven der Hirnforschung sowie für die Diskussion ethischer Implikationen der modernen Neurotechnologien.

Projektmoderator
Dr. Ulrich Feeser-Lichterfeld

studierte Psychologie und schloss das Studium der Katholischen Theologie mit einer Promotion ab. Von 1998 bis 2005 war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistent am Seminar für Pastoraltheologie an der Universität Bonn tätig. Gleichzeitig begann er im Jahr 1998 die Arbeit als Kommunikationstrainer und als Referent in der religiös-theologischen Erwachsenenbildung. In den Jahren 2005 bis 2010 folgte die Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Wissenschaft und Ethik der Universität Bonn. Dr. Ulrich Feeser-Lichterfeld ist seit 2005 Lehrbeauftragter an der Universität Bonn und der Katholischen Hochschule NRW (Abteilung Aachen). Seit 2010 ist er zudem selbstständiger Projekt-, Personal- und Organisationsentwickler und hat sich des weiteren zum personenzentrierten Berater und systemisch-lösungsorientierten Supervisor und Coach weiterbilden lassen. Er ist u.a. Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Supervision, der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie sowie der Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie. Zudem veröffentlicht er zu pastoraltheologischen, berufspsychologischen und ethischen Themenkomplexen.

Projektmoderator
Martin Heyer, Dipl. Jur.

Jahrgang 1971, Studium der Rechtswissenschaften, Philosophie und Soziologie in Münster, Nijmegen und Bonn. Moderator und Coach. Ab 2001 Mit-Koordination des Kompetenznetzwerks Stammzellforschung NRW, Arbeiten u.a. zur Ethik und dem Recht der Lebens-wissenschaften, Wirtschafts-ethik, Wissenschafts-kommunikation und Diskurstheorie. Neben-berufliche Tätigkeit im Bereich der (politischen) Personalentwicklung und Moderation. Ehrenamtliches Engagement in der Kommunal- und Landespolitik.

Projektpartnerin
Dr. Andrea Niehaus

studierte Kunstgeschichte, Volkskunde und Klassische Archäologie an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel und an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Anschließend folgte der Promotionsstudiengang mit dem Dissertationsthema „Die Entwicklung des Florentiner Reliefstils im Quattrocento von Brunelleschi bis Michelangelo“. Neben diversen Praktika (z.B. Führungen) und anderen Tätigkeiten (z.B. Aushilfe bei einem Münchner In-Friseur) sowie Stipendien (Landesgraduiertenförderung Bayern, DAAD) und Auslandsaufenthalten (Florenz) arbeitete Andrea Niehaus von 1989 bis 1993 als Studentische Hilfskraft beim Institut für Kunstgeschichte der LMU München. Es folgten von 1997 bis 1999 das Wissenschaftliche Volontariat im Deutschen Museum Bonn und von 1999 bis 2001 die Stellvertretende Leitung. Seit Mai 2001 ist Andrea Niehaus Leiterin des Deutschen Museums Bonn, einer Zweigstelle des Deutschen Museums in München. Die Schwerpunkte ihrer Museumstätigkeit liegen vor allem in der kulturgeschichtlichen Vermittlung von Wissenschaft. Als Kunsthistorikerin liegt ihr sehr daran, Wissenschaft und Technik aus ungewohnten i.S.v. ungewöhnlicheren Perspektiven zu beleuchten. Einen besonderen Schwerpunkt setzt Frau Niehaus auch auf Programme für Kinder und Schüler, um die Faszination für Wissenschaft und Technik schon frühzeitig zu wecken.

Medienpädagoge
Tobias Pollmüller

ist diplomierter Medienpädagoge und Erziehungswissenschaftler. Zusätzlich studierte er Psychologie und absolvierte den Studiengang Informatik für Geistes- und Sozialwissenschaftler. Nach dem Abschluss seines Studiums wandte er sich ab Januar 2000 der Tätigkeit als Produktionsassistent für verschiedene Kino- und Fernsehfilme zu. In dieser Funktion arbeitete er u.a. bei Palladio Film für Niko von Glasow-Brücher (Maries Lied, Winterschläfer, Edelweisspiraten). Als festangestellter TV-Redakteur und Redaktionsleiter für KaRoTEAM Film- und Fernsehproduktion GmbH entwickelte er u.a. Inhalte für Sendungen wie „Guinness-Show der Rekorde“ (ARD, Reinhold Beckmann) oder „Rekordfieber“ (ARD, Jörg Pilawa) sowie für zahlreiche weitere Primetime-Produktionen. 2005 arbeitete er vorrangig im Bereich Content Development und Research für das Wissensmagazin „Galileo“ (Pro7, Aiman Abdallah). Im März 2006 erfolgte die Gründung von LEBENSFILM in Köln, 2008 dann zusätzlich die des make it move-Studios für Animation mit einem Schwerpunkt auf Filmproduktionen für Unternehmen und Institutionen.

Projektkoordinatorin
Caroline Rödiger, mag. iur.

studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Bonn und Straßburg und ist seit 2008 am Institut für Wissenschaft und Ethik der Universität Bonn tätig. Als Wissenschaftliche Mitarbeiterin ist sie an zahlreichen Projekten wie z.B. an dem trinationalen BMBF-Forschungsprojekt „Neuroscience and Norms: Ethical and Legal Aspects of Norms in Neuroimaging“ beteiligt, in dessen Rahmen sie 2009 und 2011 mehrmonatige Forschungsaufenthalte am Health Law Institute der University of Alberta (Kanada) verbrachte. Caroline Rödiger lehrt regelmäßig im Rahmen von Winter Schools (z.B. Law and Neuroscience Winter School, University of Pavia, Italien; Neuroethics Winter School, Humboldt-Universität zu Berlin) und an der Universität Bonn (Masterstudiengang „Neurosciences“). Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Gebiet der Neurowissenschaften und dem der Modernen Lebenswissenschaften.

Projektmitarbeiter
Stefan von der Bank

ist Pädagogischer Referent im Katholisch-Sozialen Institut (KSI) sowie Leiter des MedienkompetenzZentrums des Erzbistums Köln in Bad Honnef. Nach Abschluss seines Theologiestudiums arbeitete Stefan von der Bank einige Zeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Seit 2002 ist er hauptamtlich in der katholischen Erwachsenenbildung tätig. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt dabei auf der Medienbildung. Zu seinen Themenfeldern gehören jedoch auch die religiöse und die ethische Bildung. Seit 2011 ist er Mitglied der Medienkommission der Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung.

Projektmitarbeiterin
Katherina von Carlowitz-Ghori

studierte Kognitionswissenschaft an der Universität Osnabrück und verbrachte im Rahmen des Studiums ein Semester am University College Dublin in Irland. Anschließend absolvierte sie den Internationalen Masterstudiengang Medizinische Neurowissenschaften an der Charite, Berlin. Seit 2010 forscht sie als Doktorandin zum Thema Synchronisation von kortikaler und muskulärer Aktivität bei Schlaganfallpatienten und gesunden Menschen in der Arbeitsgruppe Neurophysik der Klinik für Neurologie an der Charite unter Leitung von Professor Curio. Ihre Forschungsinteressen liegen im Bereich Hirn-Computer-Schnittstellen, neurologische Erkrankungen und Neuroplastizität.